„Ein Buch schreiben ist wie heiraten“ Erkenntnisse, Erlebnisse und Erfahrungen nach der Frankfurter Buchmesse 2011
Kaum ist sie da – ist sie auch schon wieder weg. Die Zeit auf der Frankfurter Buchmesse vergeht immer wie im Flug. Mit Signierstunden, Gesprächsrunden und Bühnenauftritten haben sich unsere Autoren selbst übertroffen und ihren Fans eine wunderschöne Zeit beschert.
Am Arena Stand signierten Ilona Einwohlt, Gabriella Engelmann, Stefanie Taschinski,Alice Pantermüller und Rainer Wekwerth mehr als eine Stunde lang Bücher und Karten für ihre großen und kleinen Fans. Ob Bendix Brodersen von der Dinosaurier-Insel Floribunda Bendix Brodersen. Echte Helden haben immer einen Plan B., die Kleine Dame aus dem Brezelhaus Die kleine Dame und der rote Prinz, die modernen Märchen aus Hamburg Cinderella Undercover, Sina Das Model und ich oder Damian Damian - Die Stadt der gefallenen Engel – für alle war das Richtige dabei.
„Natürlich freue ich mich, dass Sina seit so vielen Bänden so gut ankommt“, sagt Ilona Einwohlt, während Gabriella Engelmann ganz aus dem Häuschen ist: „Toll, dass ich jetzt viele Internet- und Facebook-Bekanntschaften einmal persönlich treffen konnte.“ Auch Rainer Wekwerth hat zu vielen Namen die Gesichter kennengelernt. „Einige kannte ich aber auch schon aus meinen Schreibwerkstätten“, sagt er. Alice Pantermüller und Stefanie Taschinski fanden einhellig „super, dass Bücher sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen so eine große Begeisterung auslösen!“
Ein Gespräch mit den Expertinnen für den feinen Nervenkitzel, den Arena Thriller-Autorinnen der ersten Stunde, hat uns interessante Einblicke in das Entstehen eines spannungsgeladenen Thrillers gegeben. So verriet uns Manuela Martini, dass sie die spanische Sonne an ihrem Wohnort mitunter ausschließen muss. „Fensterläden runter und die richtige Musik an – dann kann ich mich wieder in den spannenden Romanstoff einfinden“, sagt sie. Krystyna Kuhn, von Natur gar nicht so mutig veranlagt wie ihre Romanfiguren, kann hingegen auch im Hellen schreiben. „Wenn ich muss, schaffe ich einen Roman in drei Monaten – lieber nehme ich mir aber etwa ein halbes Jahr Zeit dafür“, sagt die Autorin zahlreicher Thriller und Krimis. Und wie viel Recherche steckt in so einem Thriller? „Man liest viel, über Orte und Menschen, über Mörder und Todesarten. Das Lexikon der forensischen Psychiatrie ist ein super Nachschlagewerk“, verrät Susanne Mischke und Beatrix Gurian fügt hinzu: „Man erfährt viel über menschliche Abgründe. Irgendwie steckt doch in jedem von uns eine dunkle Seite – ich finde es ganz beruhigend, dass sie sich nur in den seltensten Fällen zeigt. Auch meine Roman-Mörder sind ja nicht immer durch und durch böse.“
Aus dem ganz normalen Alltag einer Autorin erzählten auch Isabel Abedi, Antje Babendererde und Franca Düwel. Die drei Autorinnen haben alle bereits für unterschiedliche Altersklassen geschrieben: für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „So ein großer Unterscheid ist das gar nicht“, sagt Antje Babendererde, die vor ihren Jugendbüchern, in denen oft Indianer eine Hauptrolle spielen, Romane für Erwachsene schrieb. Isabel Abedi erklärt es so: „In mir wohnen drei Kinder: Eines ist 4, eines ist 8 und das dritte ist 14 Jahre alt. Alle kenne ich gut und kann mich problemlos in sie hineinversetzen“. Auch Franca Düwel hat das Gefühl, dass das Schreiben für Kinder und Jugendliche ihr „Kind im Erwachsenen“ wieder geweckt hat. „Ich bin zwar auch schon durch meine eigenen Töchter sehr nah an der Zielgruppe, aber durch die Bücher habe jetzt auch viel Kontakt zu Lesern. Das war bei den Fernseh-Drehbüchern nicht so“.
Und was machen sie, wenn es mit dem Schreiben mal nicht so recht weitergeht? „Ein Buch schreiben ist wie heiraten“, sagt Isabel Abedi und meint damit: „In guten wie in schlechten Zeiten. Auch wenn ich mal hängenbleibe, bin ich sicher: Es kommen auch wieder gute Zeiten.“ „Lieber weitermachen und die Stelle, an der es hakt, später noch einmal überarbeiten“, meint Franca Düwel, die vor ihren Kinderbüchern bereits viele Drehbücher fürs Fernsehen geschrieben hat. „Immer wieder neu schreiben und dann alles wieder durchstreichen bringt einen dann einfach nicht weiter.“ Auch Antje Babendererde betont: „Ohne Disziplin geht gar nichts. Man kommt immer wieder an Stellen, an denen man sich doch lieber vom Schreibtisch entfernen und erstmal um die Wäsche kümmern möchte, die im Keller wartet. Da muss man dann aber einfach durch“.
Die Jüngeren unter den Bücherwürmern hat der Schöpfer von Hexe Lilli und Yoko begeistert: Bei einer unterhaltsamen Bühnenshow erzählte KNISTER von den Dreharbeiten zu „Yoko“, der am 26. Januar in die deutschen Kinos kommt. Schließlich besang KNISTER das kleine Schneewesen mit dem eigens gedichteten Yoko-Song - begleitet von der 12-jährigen Schauspielerin Jamie Bick, der Darstellerin der Hauptperson „Pia“ im Film, am Schlagzeug.
Arena bedankt sich jedenfalls bei allen Autoren und Besuchern für fünf unvergessliche Messetage. Bis zum nächsten Mal!